Landesarbeitsgemeinschaft
politisch-kulturelle Bildung
Sachsen e.V.
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Projekt

Stärkung migrantischer Selbstorganisation und Empowerment-Strukturen

Landkreis Bautzen

Im Rahmen einer Koordinierungsstelle, gefördert von der Stiftung Nord-Süd Brücken, bieten wir Unterstützung explizit für Menschen an, die in der Unterstützung von Geflüchteten aktiv sind: Migrant*innen und Menschen mit Fluchterfahrungen, Institutionen (Vereine, Organisationen – auch in kommunaler Trägerschaft) und ehrenamtliche Helfer:innen.

Die gesellschaftliche Teilhabe von Migrant:innen ist häufig ungenügend, so auch im LK Bautzen. Dies liegt nicht in erster Linie an einer fehlenden Bereitschaft dieser Menschen, sondern an gesellschaftlichen Hürden und Strukturen, die ihre spezifischen Voraussetzungen und Bedürfnisse nicht ausreichend berücksichtigen (können). Dabei gibt es sehr wohl, auch im LK Bautzen, interessierte Migrant:innen, die in Vereinen organisiert sind oder sich auf andere Weise in das gesellschaftliche Miteinander einbringen möchten.

Allerdings gibt es viele ausschließende Faktoren, worunter auch rassistische Ressentiments in vielen Teilen der Bevölkerung bis hin zu Angriffen, erlebte – auch institutionelle – Diskriminierung, sowie die Präsenz etablierter, teilweise gewaltbereiter rechtsradikaler Strukturen im Landkreis und in der Region Oberlausitz. Die Bewegungsfreiheit der Menschen wird dadurch eingeschränkt und führt zu Rückzugstendenzen in den privaten Bereich bzw. in isolierte Communities.

An die beschriebene Problemsituation setzt das Projekt an, indem es vorhandene Migrantische Selbstorganisationen (MSO) und informelle Gruppen miteinander vernetzt, sie bei der Suche nach gemeinsamen Zielen unterstützt und sich zusammen mit etablierten regionalen Organisationen und Initiativen für deren Sicht- und Hörbarkeit in Öffentlichkeit und Kommunalpolitik einsetzt. Eine vernetzte und aussagekräftige Struktur von MSO kann die Zusammenarbeit mit diesen Interessengruppen für den Dialog erleichtern. Ansprechpartner*innen können leichter ausgemacht werden und Problemlagen können unter den Gruppen abgeglichen werden (überregionale Probleme und Themen erfasst und bearbeitet werden). So ist ein fundierterer Einblick in die Bedarfslagen der MSO und Migrant*innen klarer definierbar.

Innovativ ist dabei, dass das Projekt direkt Migrant*innen und MSOs anspricht und sie in ihrer Selbstwirksamkeit stärkt, anstatt Andere (zivilgesellschaftliche Akteur:innen) für sie sprechen zu lassen. Im Gegensatz zu anderen Projekten werden Migrant:innen als aktive und interessierte Akteur:innen angesprochen, die sich selber für ihre demokratische Mitgestaltung, gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen und politischen Leben einsetzen und eigenständig am politischen Diskurs zum Thema Migration mitwirken wollen und können.

Gefördert und unterstützt durch:

Kontakt

kontakt[at]pokubi-sachsen.de
Tel.: 0351 850751-62